Alle Meldungen2018-12-03T10:44:57+01:00

Neues aus dem Verein

1201, 2022

Nachruf

By |12 Januar, 2022|Kommentiere den Beitrag

Josef SchenkMit großer Trauer haben wir die Nachricht vom plötzlichen Tod unseres Vereins- und Vorstandsmitglieds

Josef „Jupp“ Schenk

aufgenommen, der uns im Alter von 64 Jahren für immer verlassen hat.

Jupp hat unseren Verein wie kein anderer geprägt. In seiner fast 50jährigen Vereinszugehörigkeit hat er über 40 Jahre Vorstandsarbeit geleistet, vom Jugendwart und Spielleiter bis hin zum Vorsitzenden. Unvergessen die vielen Freizeitfahrten mit der Schachjugend, die er als Jugendwart vorbereitet und betreut hat.

Mit seinen Online-Aktivitäten hat er es unseren Mitgliedern auch in Coronazeiten ermöglicht, dem Schachspiel turniergerecht treu zu bleiben.  Ein besonderes Anliegen war ihm der „Newsletter“. Die wöchentliche Information der Vereinsmitglieder galt in Schachkreisen als beispielhaft.

Mit Jupp verlieren wir einen treuen Freund und Ratgeber. Aufgrund seines breit gefächerten Wissens war er immer ein angenehmer Gesprächspartner. Wir haben zusammen viel gelacht, viel erlebt, hin und wieder auch kontrovers diskutiert, dabei aber stets den Respekt voreinander bewahrt. Sein Wissen über unseren Verein war von unschätzbarem Wert. Jupp hinterlässt eine nur sehr schwer zu schließende Lücke.

Wir werden Jupp in bester Erinnerung behalten. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.

Ruhe in Frieden!

Im Namen aller Mitglieder des Uedemer Schachklubs 1948 e.V.
Johannes Janßen und Sven Gerrits

1512, 2021

Uedemer Schachklub bei der Schach-WM in Dubai

By |15 Dezember, 2021|Kommentare deaktiviert für Uedemer Schachklub bei der Schach-WM in Dubai

Uedem, 15.12.2021

Uedemer Schachklub bei der Schach-WM in Dubai live dabei!

Uedem/Dubai. Die Schach-Weltmeisterschaft in Dubai plätscherte anfangs gemächlich vor sich hin: fünf Remis-Partien in Folge! Sollte dieses Duell um den höchsten Titel zwischen dem Norweger Carlsen und dem Russen Nepomniachtchi so weitergehen wie die letzte Weltmeisterschaft im Jahre 2018 mit 12 Remis am Stück? So nicht, dachte sich eine 9-köpfige Abordnung des Uedemer Schach­klubs, machte sich auf den Weg in die Vereinigten Arabischen Emirate und war dann pünktlich beim 6. Spiel zur Stelle. Sieben Stunden und 46 Minuten (für 136 Züge), der längsten Partie der WM-Geschichte, mussten sie ausharren, um den ersten Sieg Carlsens zu erleben. Erst um Mitternacht war dieses begeisternde, hochdramatische Duell beendet; sogar die benachbarte „Expo“ hatte ihre Tore schon geschlossen! Was für ein sensationeller Auftakt für die Uedemer Delegation. Aber es kam noch besser. Auch bei den Runden sieben und neun waren die Niederrheiner live dabei. Auch hier erlebten sie zwei Siege von Carlsen. Bei Partie Nummer acht (einem langweiligen Remis) zogen sie es vor, die Wüste um Dubai per Jeep zu erkunden.

Gruppenbild mit Dame: Die Uedemer Schachfans bei der WM in Dubai

Überhaupt muss man anmerken, dass die Schusterstädter die Zeit nutzten, um Dubai zu entdecken. Mit der führerlosen (!) Metro oder den preiswerten Taxen ging es über die 12-spurige Stadtautobahn von Highlight zu Highlight. Man bestaunte den mit 828m höchsten Wohnturm der Welt, den Burj Khalifa, der wie eine Nadel in den Himmel sticht. Man besuchte die Palmeninsel. Besonders Mutige überquerten die 93m lange Brücke des „Frame“. In 150m Höhe hatte man durch den Glasboden einen atemberaubenden Blick nach unten auf die Stadt. Bei einer abendlichen Schifffahrt in der Marina ging es gemächlich tuckernd vorbei an bunt angestrahlten Hochhäusern, jedes ein architektonisch-technisches Meisterwerk. Am Horizont tauchte das – selbstverständlich – höchste Riesenrad der Welt auf, farbig illuminiert.

Unter den Augen des Khalifen: Die Uedemer Reisegruppe

Auch die von 193 Staaten beschickte Weltausstellung „Expo“ war ein Zuschauermagnet. Da die Schach-WM nur einen kurzen Fußweg entfernt war, bot sich hier für die Uedemer Schachbe­geis­terten die Möglichkeit, Pausen während der teilweise sehr langen Partien einzulegen. Besonderer Andrang herrschte vor dem deutschen Campus. Eine meist mindestens 100m lange Schlange zeugte vom großen Interesse der Fans aus aller Welt. Die unvermeidliche Wartezeit konnte man gottseidank im angeschlossenen Biergarten genussvoll überbrücken.

Dann gibt es da noch einen seltsamen sandfarbenen Turm mit Zinnen am Rande von Dubai. Zwei weiße Damen säumen als Statuen das schmiedeeiserne Tor. Dort residiert der flächenmäßig größte Schachclub, den die Niederrheinischen Schachfreunde je gesehen haben. Innen etliche Trainings­räume, eine – natürlich – alkoholfreie Bar, eine großzügige Lounge sowie ein zentrales VIP-Rondell, einem Zelt nachgebildet. Fünfmal am Tag ruft der Muezzin; dann eilen die Gläubigen unter den insgesamt 200 Vereinsmitgliedern in den angeschlossenen Gebetsraum. Das „Herz“ des Clubs ist die Sheikh Saeed Bin Hamdan Al Maktoum Hall – ein Saal, der 200 Spielern Platz bietet. Wer hat das nur alles bezahlt? Überflüssige Frage: natürlich der Staat. Der mitgereiste Turnierleiter des Uedemer Clubs, Josef Schenk, bemerkte – angesichts der Pracht sichtlich beeindruckt: „Unglaublich, Wahnsinn; aber in unserem Vereinslokal „Lettmann“ ist es auch schön!“ Na ja, da gibt es auf jeden Fall ein Bierchen.

Vor dem Eingangstor zum Schachvereinspalast Dubai

Der Vollständigkeit halber sei noch angemerkt, dass Carlsen die Weltmeisterschaft mit einem 7,5-3,5 Sieg vorzeitig verteidigte und sich damit das ausgelobte Preisgeld von 1,2 Millionen Euro sicherte.

Heinz Aldenhoven

308, 2021

Schach-Pokal: Mülheim gegen Uedem 2,5 – 1,5

By |03 August, 2021|Kommentare deaktiviert für Schach-Pokal: Mülheim gegen Uedem 2,5 – 1,5

Uedem. „Der Pokal hat seine eigenen Gesetze!“ Jeder kennt ihn, diesen berühmten Satz, den Trainer-Legende Otto Rehhagel einst gesagt haben soll. Aber gilt diese Fußball-Floskel auch für den Schachsport? Überprüfen konnte man das kürzlich im Pokalspiel des Uedemer Schachklubs. Auf NRW-Ebene trafen die Schusterstädter in der 1. Runde ausgerechnet auf den Erstligisten Mülheim! Ein Kräftemessen wie David gegen Goliath, Verbandsliga gegen Bundesliga, Amateure gegen Profis. „Das ist ein Hammer-Los“, so Lars Günther, einer der vier Uedemer Spieler, „aber vielleicht bieten die Mülheimer einen ihrer zahlreichen Großmeister auf, das wäre doch eine tolle Herausforderung!“ Da war eher der Wunsch Vater des Gedankens. Denn dem Bundesligisten schien seine zweite Garnitur zu reichen, um den „Dorfverein“ aus dem Wettbewerb zu kicken. Zum Leidwesen der Schusterstädter klappte das, allerdings wurde es knapper als erwartet.
Chancenlos war Stefan Arts. „Bei mir zeigte sich der Rost aus der langen Pandemie-Pause“, kommentierte der Uedemer Spitzenspieler seine Niederlage lakonisch. Überraschend dann der Ausgleich durch Raphael van Weegen am 4. Brett. Mit den weißen Steinen setzte er seinen deutlich favorisierten Gegner von Beginn an unter Druck und schaffte den Ausgleich. Auch Lars Günther (2) befand sich lange auf der Siegerstraße, bis sein Gegner sich mit einigen taktischen Manövern noch ins Remis retten konnte. Jetzt hing alles von Pavel Poddubskiy (3) ab. Ein Sieg musste her, um die Sensation zu schaffen. Aber auch in der Verlängerung gelang es ihm nicht, den „Lucky Punch“ zu setzen. Zwar war zwischenzeitlich ein Remis durch Dauerschach zum 2-2 Endstand möglich, aber das hätte nach „Berliner Wertung“ (der Mühlheimer Sieg an Brett eins wäre dann entscheidend gewesen) nicht ausgereicht. So überzog er schließlich die Stellung und gab nach fast sechs Stunden auf.
Um auf Otto Rehagel zurück zu kommen: Der Pokal schrieb diesmal keine eigenen Gesetze. Der haushohe Favorit siegte knapp und mit etwas Glück 2,5-1,5.

Schaffte den einzigen Sieg für Uedem: Raphael van Weegen (links)

Heinz Aldenhoven

1507, 2021

Hauptversammlung des Uedemer Schachklubs vom 25.06.2021

By |15 Juli, 2021|Kommentare deaktiviert für Hauptversammlung des Uedemer Schachklubs vom 25.06.2021

Uedem. Nicht nur im Alltagsleben, sondern auch beim Uedemer Schachklub kehrt nach der dritten Welle der Pandemie langsam wieder Normalität ein. In den letzten 12 Monaten bestimmte noch eine „Task-Force“ des Vereins das Geschehen. Diese Gruppe mit dem IT-Spezialisten Josef Schenk, mit Hans-Josef Arts und Sohn Stefan, Sven Gerrits und Lars Günther entwickelte in kurzer Zeit unter großem Druck ein Konzept, mit dem man auch im schlimmsten Lockdown den Spielbetrieb aufrecht erhalten konnte. Die Idee an sich war einfach: Man verlagerte die Turniere, das Training von Senioren und Jugendlichen und sogar die Konferenzen ins Internet. Obgleich sich dieses Format gerade beim Schachsport anbietet, waren dennoch viel „Gehirnschmalz“ und große organisatorische Fähigkeiten gefordert. Nach einem Jahr der Erprobung kann man bilanzieren: es hat bestens funktioniert; so gut sogar, dass man die „Internet-Filiale“ des Uedemer Schachklubs auch im „normalen“ Schachleben weiterhin betreiben wird.
Jetzt aber, da das Virus zwar noch lange nicht verschwunden, aber immerhin eine Pause eingelegt hat, nutzte die Vereinsführung die Chance, verließ die virtuelle Welt des Internets und lud zur etwas verspäteten Hauptversammlung ein – in die analoge, reale Welt im Vereinslokal Lettmann.
Die üblichen Formalien wurden schnell und routiniert abgespult: Die immerhin 27 anwesenden Mitglieder kürten Johannes Janßen zum 35. (!) Mal in Folge zum „Chef“. Auch bei den anderen zu besetzenden Vorstandsposten wählte man die langjährig bewährten Amtsinhaber: Sven Gerrits (2. Vorsitzender), Josef Schenk (Turnierleiter), Lars Günther (Jugendwart), Steven Molter (Kassenwart) und Heinz Aldenhoven als Pressewart.
Ein seltener Anlass führte zum Höhepunkt des Abends: die Überreichung des Ehrenbriefes für 60-jährige Mitgliedschaft im Schachbund NRW an gleichzeitig drei (!) Vereinsmitglieder. Hier seien sie kurz vorgestellt:
Jörg Baden, 81 Jahre alt, pensionierter Lehrer für Englisch und Geschichte, Initiator einer Schul-Schach-AG, die er jahrzehntelang leitete. Mit Radfahren, Lesen und Reisen verbringt er neben Schach seine Freizeit.
Alois Tack, 78 Jahre, ebenfalls pensionierter Lehrer (Deutsch und Geschichte), jahrelanger Leiter von Schach-AGs an Gocher Grundschulen. Erstaunlicherweise spielt Tack – auch im gesetzteren Alter – als Ausgleich zum Schach gerne Volleyball.
Herbert Cloosters, mit 72 Jahren der jüngste Jubilar, gelernter Jurist, reist gerne und beschäftigt sich intensiv mit Politik. Er spielte jahrzehntelang für zwei andere Vereine und hat erst vor drei Jahren zum Uedemer Klub gefunden. Er resümiert, auch im Sinne seiner Co-Jubilare: „Der Schachklub Uedem ist für mich ‘Familie’ im positiven Sinne. Dort fühle ich mich wohl, im Kreis von Gleichgesinnten. Ein Beleg für die Attraktivität des Uedemer Schachklubs ist u. a. die Tatsache, dass dem Verein mittlerweile fast 100 Mitglieder angehören. Für einen ‘kleinen Landverein’ unglaublich!“


Die Jubilare (von l. n. r.): Alois Tack, Jörg Baden, Herbert Cloosters
(Foto: JoJa, Uedemer Schachklub)

Heinz Aldenhoven

605, 2021

Online-Vereinsmeisterschaft des Uedemer Schachklubs

By |06 Mai, 2021|Kommentare deaktiviert für Online-Vereinsmeisterschaft des Uedemer Schachklubs

Uedem. Im letzten Jahr wurde die Vereinsmeisterschaft des Uedemer Schachklubs noch traditionell „face to face“ im Vereinslokal, der Gaststätte Lettmann, ausgetragen. Allerdings fielen schon da die beiden letzten Runden dem Corona-Virus zum Opfer. Eine Fortsetzung war nicht mehr möglich, also Abbruch des Turniers; Stefan Arts wurde zum vorzeitigen Sieger erklärt – ein unbefriedigendes Ergebnis!
Vorsorglich hatte Josef Schenk, Spielleiter und IT-Experte in einer Person, dieses Mal alle sieben Runden der neuen Meisterschaft komplett ins Internet ausgelagert. Damit setzte er das Virus matt! Positiver Nebeneffekt: Entfernungen spielten nun keine Rolle mehr, das „Netz“ machte es möglich. Diese Gelegenheit packten viele weit weg wohnenden Mitglieder des Klubs beim Schopfe: So spielte der neue und alte Vereinsmeister des Uedemer Schachklubs, Stefan Arts, von Köln aus. Ivo Gräber und die einzige weibliche Teilnehmerin, Ines Apelt, übermittelten ihre Züge aus ihrem „Homeoffice“ in München (!), Peter Niemann aus Bochum, Arnd Roßkothen aus Bonn und Pavel Poddubskiy aus Krefeld. Lediglich Lars Günther hielt die Stellung in Uedem.
Insgesamt blieb das Feld mit zwölf Teilnehmern übersichtlich, denn offensichtlich wollte sich nicht jedes Mitglied mit diesem digitalen Modus anfreunden. Am Ende gab es ein „totes Rennen“: Stefan Arts, Ivo Gräber und Gastspielerin Ines Apelt sammelten jeweils 5 Punkte. Die Feinwertung gab schließlich den Ausschlag zugunsten von Stefan Arts, hauchdünn vor Ivo Gräber. Sensationell der 3. Platz der einzigen Frau im Feld, Ines Apelt. Keiner hatte sie so richtig auf der Rechnung; besonders bitter für Peter Niemann und den späteren Sieger Stefan Arts, die dieser Fehleinschätzung zum Opfer fielen und ihre Partien gegen Ines Apelt verloren. Allerdings war da noch nicht hinlänglich bekannt, dass Ines Apelt schon zu früheren „DDR-Zeiten“ mit ihrem damaligen Verein Leipzig Erfolge gefeiert hatte. Mit diesem Turnier beendete sie ihre 16-jährige Turnierabstinenz und bewies deutlich, dass sie nichts verlernt hat. Den 4. Platz belegte „Lokalmatador“ Lars Günther vor Peter Niemann und dem überraschend stark auftrumpfenden Neuling Daniel Stumpf. Dann erst folgte einer der Top-Favoriten, Arnd Roßkothen, der die „Maus“ nicht mit dem Erfolg bediente, den man eigentlich von ihm erwartet hatte.
“Toll war, dass online jeder mitmachen konnte. So bringt gerade Corona die über ganz Deutschland verteilt lebenden Freunde und Mitglieder des Vereins zusammen”, so das Fazit vom Turniersieger Stefan Arts.
Diesen Faden hat Spielleiter Josef Schenk schon längst aufgenommen: „Für die Zukunft plane ich die Meisterschaft als Hybrid-Turnier.“ Das heißt: Die „hiesigen“ Spieler treffen sich im Vereinslokal Lettmann wie gewohnt am Brett, die „Auswärtigen“ werden per Computer quasi zugeschaltet.
Schöne neue Schachwelt!

Und hier nun der Endstand:
1. Stefan Arts 5
2. Ivo Gräber 5
3. Ines Apelt 5
4. Lars Günther 4,5
5. Peter Niemann 4
6. Daniel Stumpf 4
7. Arnd Roßkothen 4
8. Pavel Poddubskiy
9. Thomas Kammann
10. Frank Unkrig
11. Ralf Kruse
12. Manfred Breitkopf

Ines Apelt spielt eigentlich für Bayern München Schach.
Dank des Internets konnte sie als Gast erstmals in Uedem „antreten“ und wurde überraschend Dritte.
(Foto: Uedemer Schachklub)

Heinz Aldenhoven

3012, 2020

Online-Schulschachturnier 2020

By |30 Dezember, 2020|Kommentare deaktiviert für Online-Schulschachturnier 2020

Uedem. Es ist schon eine lange Tradition: Seit rund 20 Jahren treffen sich Schülerinnen und Schüler aus dem Kreis Kleve jährlich im November im Uedemer Bürgerhaus, um die Kreismeister im Schulschach zu ermitteln. In diesem Jahr war an eine Durchführung des Turniers – mit zuletzt über 300 Teilnehmern von der 1. Klasse bis zur Oberstufe – angesichts der Corona-Pandemie leider nicht zu denken.
Als Ersatz richteten die Organisatoren des Turniers vom Uedemer Schachklub an einem Tag im Dezember zwischen 9:15 und 11:45 Uhr auf dem Schach-Server „Lichess“ ein Online-Turnier aus, an dem die Schüler/innen via Internet von ihren Schulen aus teilnehmen konnten. Die Resonanz war erfreulich: Zwischen Geldern und Kleve loggten sich 115 Kinder und Jugendliche ins Turnier ein und klickten sich in über 1100 Schachpartien bis zum Schachmatt oder Patt. In der Joseph-Beuys-Gesamtschule Kleve war das Interesse sogar so groß, dass die Schüler nach der Hälfte des Turniers einen „fliegenden Wechsel“ im Computerraum vornehmen mussten, damit überhaupt alle Schachbegeisterten zum Zuge kamen. „Diese Beteiligung hat uns umgehauen“, freut sich Turnierorganisator Lars Günther, „im Vorfeld wären wir schon mit 50 Teilnehmern sehr zufrieden gewesen.“
Das Ziehen mit der Computermaus statt mit „richtigen“ Schachfiguren war für viele der Teilnehmer neu. Doch schon bald verkündeten die ersten Schüler begeistert, dass sie ihre Gegner schachmatt gesetzt hatten. Und auch wer einmal eine Partie verloren hatte, bekam bereits nach wenigen Sekunden einen neuen Gegner zugelost. Ziel war es, möglichst viele Siege zu sammeln, denn die besten vier Teilnehmer einer Schule wurden für die Schulmannschaft gewertet.
Die Schüler des Gocher Gymnasiums waren an diesem Tag (fast) nicht zu schlagen: Sie belegten in der Endabrechnung die ersten vier Plätze des Turniers, wodurch sie mit großem Abstand auch die Mannschaftswertung der weiterführenden Schulen gewonnen hatten. Auf den Plätzen zwei und drei folgten das Friedrich-Spee-Gymnasium Geldern und die Joseph-Beuys-Gesamtschule Kleve. Bei den Grundschulen führte auch online kein Weg am Abonnement-Kreismeister, der Brüder-Grimm-Schule Issum, vorbei. Zweiter und Dritter wurden die Petrus-Canisius-Schule Weeze und die Geschwister-Devries-Schule Uedem.
Doch im Mittelpunkt standen nicht Platzierungen, sondern der Spaß am Spiel. Für viele der Teilnehmenden war es das erste Schachturnier überhaupt, für die „alten Hasen“ eine lang ersehnte Möglichkeit, mal wieder schachlich die Klingen zu kreuzen. Angesichts zahlreicher positiver Rückmeldungen von Spielern und Betreuern denkt man im Uedemer Schachklub schon über eine Neuauflage im Frühjahr nach: „Die Pandemie wird wohl noch für einige Zeit Schachturniere der herkömmlichen Form unmöglich machen“, erwartet Lars Günther, „zum Glück haben wir im Gegensatz zu anderen Sportarten die Möglichkeit, im Internet zu spielen.“

Fynn Pauls, Spitzenspieler des Gymnasiums Goch, online beim Schachturnier

Lars Günther

1010, 2020

Pokalturnier 2020

By |10 Oktober, 2020|Kommentare deaktiviert für Pokalturnier 2020

Uedem. Corona macht´s möglich: Der neue Pokalsieger des Uedemer Schachklubs kommt aus München! Gewinner Ivo Gräber, seit Jahrzehnten Mitglied des hiesigen Klubs, zog kürzlich aus privaten Gründen nach Bayern. Damit büßte er die Möglichkeit ein, vor Ort die Figuren zu bewegen. Nun packte er die Gelegenheit beim Schopf und übermittelte via Internet seine Züge. 700 km Entfernung spielen da bekanntlich keine Rolle.
Zunächst hatte Spielleiter Josef Schenk das KO-Turnier am Jahresanfang vor Ort im Vereinslokal Lettmann gestartet. Doch dann machte ihm das Virus Covid 19 einen Strich durch die Rechnung und erzwang eine Neuansetzung im virtuellen Raum des Internets. Erfreut nahmen die weit weg von Uedem wohnenden Vereinsmitglieder diese unverhoffte Chance wahr: Peter Niemann konnte sich nun in Bochum einloggen. Aus Krefeld übermittelte Stefan Tenelsen-Rettenbacher seine Züge ebenso wie Ivo Gräber aus der bayrischen Landeshauptstadt. Im Finale bezwang der inzwischen für Bayern München spielende Ivo Gräber den Uedemer Lokalmatador Lars Günther. Sein Pokal-Sieg war hochverdient, besiegte er nämlich auf dem Weg ins Finale der Reihe nach die Spitzenspieler Stefan Arts, Peter Niemann und Stefan Rettenbacher! Der Neu-Münchener ist beileibe kein unbeschriebenes Blatt: Bereits in den Jahren 2005 – 2007 gewann er dreimal die Trophäe – damals allerdings vor Ort am Brett gegen leibhaftige Gegner!
Die beiden letzten Runden der zuvor durchgeführten Ortsmeisterschaft fielen dem Lockdown zum Opfer. Turnierleiter Josef Schenk wertete die noch ausstehenden Partien der insgesamt 20 Teilnehmer alle mit Remis. So ergibt sich ein nicht ganz befriedigendes Endergebnis: Lars Günther, Stefan Arts, Michael Jakubowski und der erst 15-jährige Fynn Pauls liefen gemeinsam über die Ziellinie.
Das letzte der drei Vereinsturniere, nämlich das Serien-Blitzturnier, gewann Altmeister Heinz Aldenhoven unter ganz normalen – damals noch Virus-freien – Umständen und trug sich damit zum 11. Mal in die Siegerliste ein.


Pokalsieger Ivo Gräber übermittelt aus dem Home-Office in München seine Züge.

Heinz Aldenhoven

3107, 2020

Beginn Spielbetrieb 2020

By |31 Juli, 2020|Kommentare deaktiviert für Beginn Spielbetrieb 2020

Uedem. Auch der Uedemer Schachklub wurde von der COVID-19-Pandemie schwer getroffen. Der gesamte Spielbetrieb im Verein und auf allen anderen Ebenen ist seit Monaten lahm gelegt. Die Figuren dürfen nur per Maus in der Internet-Dependance des Vereins bewegt werden. Zwar wirft dort immerhin die Hälfte der Mitglieder ihre Mattnetze aus, aber auch das kann den persönlichen Kontakt nicht ersetzen. Doch jetzt sieht der Vorsitzende des Vereins erstmals Licht am Horizont. „Endlich können wir uns wieder ans Brett setzen!“. Die Erleichterung ist Johannes Janßen deutlich anzumerken. Die Vereinsführung hat auf Anregung von HJ Arts einen „Spuckschutz“ anfertigen lassen, der das Spiel vis-à-vis auch in der Corona-Zeit wieder ermöglicht. Um die Unterstützung durch Sponsoren hat sich Geschäftsführer Sven Gerrits erfolgreich gekümmert: so machten die Bootswerft Christopher Funger in Kempen mit hochwertigen Holzrahmen, hbholzmaus – Kunststoffe (Inh. Heino Bröcker) aus Uedem mit Plastik-Trennscheiben und AKS-Heimbausysteme aus Uedem mit einer finanziellen Unterstützung die Rückkehr des Schachklubs in die „analoge“ Welt erst möglich. Am Freitag, dem 7. August, wird im Vereinslokal Lettmann mit einem Blitzturnier der Praxistest gemacht und gleichzeitig die neue Saison eröffnet!


So sieht Schachspielen in der Corona-Zeit aus.
Mitglieder des Uedemer Clubs beim Test.

Heinz Aldenhoven

504, 2020

Dependance im Internet

By |05 April, 2020|Kommentare deaktiviert für Dependance im Internet

Uedem, 5.04.2020

Uedemer Schachklub eröffnete Dependance im Internet

Uedem. Im wahren Leben sind sie gestandene Männer und heißen Uwe Heinz, Carlo Groß, Stefan Arts, Peter Niemann, Lars Günther oder Josef Schenk, alle Schachspieler im Uedemer Klub. Doch nun nennen sie sich plötzlich „Fastfinger“, „Schachneurotiker“, „Tyrondil“, „Pitrosian“, „Zugzwang“ oder „Juppusov“. Was ist hier passiert? Der Internet-affine Leser weiß sofort Bescheid: die Herren benutzen „Nicknames“, um ihre wahre Identität im World Wide Web zu verschleiern! Aber was treibt der Uedemer Schachklub im Internet, vom Angebot einer selbstverständlichen Homepage mal abgesehen?
In Zeiten von Corona mit der damit verbundenen „Kontaktsperre“ ist natürlich das Spiellokal Lettmann tabu – auch für den Uedemer Klub. Und damit gibt‘s kein Duell am Schachbrett von Angesicht zu Angesicht. Um diesen unerträglichen Zustand zu beenden, eröffneten Spitzenspieler Stefan Arts und Turnierleiter Josef Schenk kurzerhand eine Dependance des Vereins im Internet (https://lichess.org). Nun findet der Vereinsabend freitags virtuell statt. So haben jetzt auch ortsferne Mitglieder die Möglichkeit, regelmäßig den Vereinsabend zu besuchen. Pit Niemann schaltet sich aus Bochum, Ivo Gräber aus München, Stefan Rettenbacher und Pavel Poddubsky aus Krefeld, Carlo Groß aus Grefrath und Uwe Heinz aus dem Nierswaldener Office dazu. Man spielt Blitzturniere, hält Trainingsabende ab und fordert Schachfreunde zu einer Partie heraus. Es wird gechattet was das Zeug hält. Es ist fast so wie im Vereinslokal Lettmann, nur dass die Vereinswirte Rudi und Christa kein kaltes Getränk ans Brett bringen können!

Ein Bild aus der Zeit vor Corona. Jetzt managt Juppusov alias Josef Schenk seine Uedemer Turniere nur noch im Internet.

Heinz Aldenhoven

1003, 2020

Hauptversammlung 2020

By |10 März, 2020|Kommentare deaktiviert für Hauptversammlung 2020

Hauptversammlung des Uedemer Schachklubs vom 21.02.2020

Uedem. Die üblichen Formalien einer Hauptversammlung wurden beim Uedemer Schachklub schnell und routiniert abgespult: Die 25 anwesenden Mitglieder kürten Johannes Janßen zum 34. (!) Mal in Folge zum „Chef“. Auch die anderen Vorstandsposten bestückte man mit langjährigen, bewährten Amtsinhabern: Sven Gerrits (2. Vorsitzender), Josef Schenk (Turnierleiter), Lars Günther (Jugendwart), Steven Molter (Kassenwart) und Heinz Aldenhoven als Pressewart.

Ein seltener Anlass führte zum Höhepunkt des Abends: die Überreichung des Ehrenbriefes für 60-jährige Mitgliedschaft im Uedemer Verein an Rainer Tillmann! Der 72-jährige sammelte schon 1959 als Kind erste Erfahrungen beim Schachunterricht in der damaligen Volksschule unter Leitung von Karl-Heinz Hoffesommer, der 1948 den Uedemer Schachklub gegründet hatte. Bereits 1960 trat Tillmann dem Verein bei, spielte erst in der Jugend, dann für die Senioren. Er gewann einmal den Vereinspokal und war Mitglied der Seniorenmannschaft, die damals sogar in der NRW-Liga um Punkte kämpfte. Der Rentner ist noch heute aktiv am Brett. „Der Kopf muss trainiert werden“, so der Jubilar. Seinen Körper ertüchtigt er durch lange Spaziergänge, die Fingerfertigkeit übt er im Modellbau. So hat er gerade die Dampflok „P8“ in Arbeit. Das Hobby passt auf den Punkt zu seiner früheren Tätigkeit als Maschinenbauer. „Solange ich noch fit bin und mich der Verein braucht, werde ich zur Verfügung stehen!“,  so Rainer Tillmanns Versprechen.

Zum Schluss stellte man ein Gremium zusammen, das sich mit der Planung des 75-jährigen Vereinsjubiläums befasst. Das findet zwar erst 2023 statt, aber gut Ding will Weile haben!

Rainer Tillmann, geehrt für 60-jährige Mitgliedschaft im Uedemer Schachklub

Heinz Aldenhoven

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